VoNO!via-MieterInnenbündnis fordert transparente Abrechnungen und Rückzahlung von Miete

Aus Anlass der heutigen Hauptversammlung der Vonovia SE hat das VoNO!via-MieterInnenbündnis an seine Forderungen gegenüber dem Konzern erinnert. Die Vonovia müsse endlich Kostentransparenz herstellen und auf unberechtigte Mieterhöhungen verzichten, forderten Mitwirkende des Bündnisses, zu dem sich im März etwa 20 Mietervereine und Mieterinitiativen zusammengeschlossen hatten.

Ihre Kritik und ihre Forderungen an die Vonovia hatten sie in diesem Offenen Brief zusammengefasst: https://xn--mieteraktionrin-clb.de/wp-content/uploads/2021/03/21-02-27_Obf_VoNOvia_end.pdf

,,Es gehört zu den Pflichten eines Vermieters auf den ordnungsgemäßen Zustand der Wohnanlagen, die Vermeidung von Gefahren und die Einhaltung der Hausordnung zu achten”, erklärt Hans-Peter Zagermann von der Mietergemeinschaft Johannes-Palm-Straße in Ulm. Gleichwohl stelle Vonovia die zahlreichen Kontrollgänge ihrer „Objektbetreuer“ den MieterInnen als Hauswartkosten in Rechnung.

Wie Mieterorganisationen aus dem ganzen Bundesgebiet berichten, ist die Vonovia nicht in der Lage, die tatsächlichen Hausmeisterkosten nachzuweisen. Sie legt nicht einmal offen. wie hoch die vertraglich vereinbarten Preise für die einzelnen Leistungen sind, die sich in die Rechnungen an sich selbst schreibt, mit denen sie die Forderungen an ihre MieterInnen begründet. Und die „Hauswartkosten“ sind nur ein Beispiel unter vielen.

„Nach der Übernahme des ehemaligen kommunalen Wohnungsbestandes der Stadt Dresden durch die Vonovia verzeichneten wir einen dramatischen Mietkostenanstieg, ausgelöst durch ungerechtfertigte Mieterhöhungen, stark gestiegenen Nebenkostenumlagen und Modernisierungsmieterhöhungen“, berichtet Dietmar Leuthold vom Netzwerk Vonovia-Mieter Dresden.  „. Für den Mieter ist ein undurchsichtiges Geflecht der Kostenweitergabe entstanden. In gerichtlichen Auseinandersetzungen musste die Vonovia eingestehen, dass mittels dieses Systems Gewinne erzielt werden und Belege für die Kostentransparenz nicht existieren. Meist führten diese Verfahren zur Rückzahlung zu viel geforderter Kosten an die Mieter.“

Aber davon profitieren immer nur die Mieter, die, wie Dietmar Leuthold, den langwierigen Gang vor die Gerichte wagen oder auf anderem Wege Einzelfallzugeständnisse erhalten. Die große Masse der MieterInnen zahlt. Die Vonovia setzt ihre Methode einfach weiter fort.  „Uns ist aus keiner Stadt ein Fall bekannt geworden, bei dem die tatsächlichen Leistungen und Kosten nachgewiesen wären“, erklärt Knut Unger vom MieterInnenverein Witten.  Ein Unding, findet das VoNO!via-MieterInnenbündnis, und fordert deshalb unter anderem die Rückerstattung aller Hauswartkosten seit 2016. Wenn Vonovia ihr Geschäftsverständnis, sich ,,… in ganz besonderem Maße unseren Mieterinnen und Mietern” verpflichtet zu fühlen, ernst nehme, müsse sie dieser Forderung entsprechen, meint  Hans-Peter Zagermann.

Die MieterInnen wissen zugleich, dass die Selbstdarstellungen der Vonovia niemals der Realität entsprechen.  „Ein Unternehmen, das eine Dividende in Höhe von 37 Cent je Euro eingenommener Miete ausschüttet, kann nicht zugleich ein sozial verantwortlicher Vermieter sein,“ bringt der Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg den Interessenkonflikt auf den Punkt.  „Aber die  Vonovia hält sich zudem nicht an die gesetzlichen Regeln zur Abrechnung von Modernisierungsmaßnahmen und Nebenkosten. Sie reagiert nicht auf Gesprächsangebote, auch nicht auf den offenen Brief unseres Bündnisses. Was bleibt ist, allen Mieterinnen und Mietern zu empfehlen, ihre Ansprüche gerichtlich durchzusetzen. Vonovia muss verklagt werden!”

„Dem unsozialen Agieren der Vonovia auf Kosten der Mieter muss Einhalt geboten werden“, fordert Dietmar Leuthold.