Will Vonovia-Chef Buch die deutschen Mietgesetze umpolen?

In den letzten Tagen hat Vonovia-Chef Rolf Buch in den Medien mehrfach „Verständnis“ für empörte MieterInnen geäußert und Änderungen der Mietengesetzgebung gefordert. Er möchte diese an dem angeblich mieterfreundlichen „schwedischen Modell“ ausgehandelter Mieten orientieren. Was ist von dieser Selbstdarstellung des Konzern-Chefs zu halten? Was ist das „schwedische Modell“, und ist es für die MieterInnen besser? Welche Interessen stecken hinter dieser Kampagne?

» Weiterlesen

Das Übel wächst. Erster Zwischenbericht der erweiterten Vonovia.

Laut den operativen Kennzahlen des Vonovia-Zwischenberichts für die ersten 9 Monate 2021 werden die (wie üblich) überdurchschnittlichen Mieterhöhungen ergänzt durch gestiegene Gewinne aus Verkäufen, Neubau und die konzerninternen Abrechnungen zu Lasten der Mietenden. Von den Ergebnissen der übernommenen Deutsche Wohnen wurden in dem Bericht bereits zwei Monate berücksichtigt. Die Integration in den Konzernabschluss erfolgt mit hohem Tempo.  In den Kennziffern über den Vermögenswert sind die Wohnungsbestände der Deutsche Wohnen bereits voll enthalten. Schon wird über die nächste Übenahme geredet: Adler. Ohne verstärkte Verkäufe aus dem eigenen Portfolio kann die Vonovia das kaum stemmen. Da kommen den Vonovia-Chefs Rekommunalisierungen wie in Berlin wohl gar nicht ungelegen. Sozialisierung wäre etwas anderes.

» Weiterlesen

Vonovia-9-Monatsbericht: Überdurchschnittliche Mietsteigerungen und undurchsichtige Abrechnungen

PRESSEMITTEILUNG VoNO!via-MieterInnenBündnis

Überdurchschnittliche Mietsteigerungen und undurchsichtige Abrechnungen bescheren Rekordergebnisse    

Heute hat die Vonovia ihre wirtschaftlichen Ergebnisse für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2021 bekannt gegeben. Nach der Berechnung des bundesweiten VoNO!via-MieterInnen-Bündnisses beruhen etwa 110 Mio. Euro des operativen Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) auf konzerninternen Nebenkosten- und Modernisierungsabrechnungen. Diese sind mietrechtlich äußerst fragwürdig. Das Bündnis fordert die Rückerstattung ungerechtfertigter Gewinnaufschläge an die Mietenden.

 

Nach dem heute veröffentlichten 9-Monatsbericht der Vonovia SE stieg die für die Dividendenhöhe maßgebliche Gewinnzahl FFO total (Funds from Operations) in Vregelich zum Vorjahreszeitraum um 11 % auf 1,99 Euro/Aktie . Die Mieten stiegen aufgrund von Mieterhöhungen, höheren Neuvermietungsmieten und Modernsierungen um 3,5 % (Vorjahreszeitraum: 3,6 %). Wie seit vielen Jahren liegt dieser Wert sehr stark über dem Bundesdurchschnitt von 1,4 %. Den größten Anteil an der Steigerung haben mit 1,8 % wieder Mieterhöhungen nach Modernisierungen. Sie beinhalten nach Ansicht des VoNO!via-MieterInnenbündnisses Instandhaltungen, deren Kosten nicht umlagefähig sind.

„Nach einem Urteil des BGH aus dem letzten Jahr müssen für alte Bauteile Abzüge von den Kosten vorgenommen werden“, sagt Daniel Katzenmaier von der Mietergewerkschaft Frankfurt. „Wir kennen in unserem Bündnis keinen Fall, bei dem das nachvollziehbar erfolgt ist“. Bei uns in Stuttgart scheitern die Modernisierungsmieterhöhungen der Vonovia regelmäßig beim Amts- und Landgericht“, ergänzt Ursel Beck von der dortigen Mieterinitiative. „Die Gerichte bei uns halten die Mieterhöhungen für formell unwirksam, weil sie nicht genau genug Auskunft über die einzelnen Handwerkleistungen geben. Kein Vonovia-Mieter sollte diese Erhöhungen ungeprüft zahlen.“

 

Neben Mieterhöhungen sind die Überschüsse aus konzernintern verrechneten Leistungen eine wichtige Einnahmequelle der Vonovia. Auch sie werden über Nebenkostenabrechnungen und Modernisierungsmieterhöhungen von den Mietenden bezahlt. Der Anteil der internen Erlöse an diesem Geschäft betrug 95 %. Der Überschuss über die Kosten betrug vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) dementsprechend etwa 110 Mio. Euro für nur 9 Monate (Vorjahreszeitrum: 92,7 Mio €). Dieser Anteil dieser Überschüsse am Gesamtergebnis beträgt etwa 7%.

Das VoNO!via-MieterInnenbündnis hält die Überschüsse aus den konzernintern Abrechnungen für ungerechtfertigt. Nach den geltenden mietrechtlichen Bestimmungen dürfen nur solche Aufwendungen in den Abrechnungen berücksichtigt werden, die dem Vermieter tatsächlich und nachweislich entstanden sind. Interne Gewinnaufschläge und Managementkosten eines einheitlich handelnden Vermietungskonzerns gehören nicht dazu. Es handelt sich auch nicht um Eigenleistungen, die zu marktüblichen Brutto-Kosten abgerechnet werden könnten. Der hohe Überschuss für die konzernintern abgerechneten Leistungen wird nach Ansicht des MieterInnenbündnisses unter Umgehung des Mietrechts erzielt.

Für das VoNO!via-MieterInnenbündnis ist es deshalb nicht überraschend, dass die Vonovia die  tatsächlichen Kosten für konzernintern verrechnete Leistungen den MieterInnen gegenüber geheim hält und in keinem bekannt gewordenen Fall prüffähig belegt. Die den MieterInnen vorgelegten „Rechnungen“ entstammen ebenso dem konzernübergreifenden IT-System wie die selbst erstellten „Zahlungsnachweise“. Die vorgelegten konzerninternen Verträge enthalten zudem oft keine Preis- oder aussagekräftigen Leistungsverzeichnisse.

„Die Vonovia hat in keinem unserem Bündnis bekannten Fall die tatsächlichen Kosten für Personal, Lieferungen und ausführende Unternehmen vollständig nachgewiesen“, sagt Ursel Beck von den Stuttgarter Mieterinitiativen. „Deshalb fordern wir die ungerechtfertigten Gewinne der letzten Jahre für alle MieterInnen zurück. Es sind Hunderte Millionen Euro.“

„Da die Vonovia dies wohl kaum freiwillig tut, rufen wir alle Mieterinnen und Mieter der Vonovia auf, sich in ihren Wohngebieten zusammenzuschließen und für jede Mieterpartei rechtzeitig die Kostennachweise zu verlangen“, ergänzt Daniel Katzenmaier. „Ihre Nebenkosten- und Mieterhöhungszahlungen sollten die MieterInnen bis zum Nachweis der Kosten zurückbehalten oder allenfalls unter Vorbehalt leisten. Mietende, die sich für ihre Interessen zusammenzuschließen, unterstützen wir mit unseren Erfahrungen und Musterschreiben.“

 

Musterschreiben finden sie hier:

https://www.mvwit.de/formulare-und-musterschreiben-im-vonovia-mieterinnenbuendnis/

Die Forderungen des VoNO!via-MieterInnen-Bündnisses stehen in diesem offenen Brief:

https://mieteraktionärin.de/vonovia-mieter-fordern-korrekte-und-transparente-abrechnungen/

Buch fordert Mietrechts-Enquete

„Vonovia ist Teil der Lösung“ behauptet Vonovia-CEO Rolf Buch in einem Kommentar im Handelsblatt vom 25.10.2021.

Wie wollen wir künftig mieten und vermieten?

Darin unterbreitet der Chef des größte profitorientierte Wohnungsunternehmens Europas eine Reihe von politischen Vorschlägen, wie man die Wohnwelt rettet, ohne den Immobilienkonzernen allzu weh zu tun. Die Botschaft: Ohne Vonovia geht es auf keinen Fall. Wer ihren Einfluss zurückdrängen will, wer sie gar enteignen möchte, ist ein realitätsfremder „Ideologe“.  Buch fordert eine parlamentarischen Enquete-Kommission, die das gesamte Mietrecht im Dialog mit der Wohnungswirtschaft überprüfen soll. Natürlich exklusiv beraten von ihm selbst.

» Weiterlesen

Da ist etwas faul im Staate Vonovia

Bundesweites Bündnis organisiert Prüfung der Nebenkosten

Das bundesweite VoNO!via-MieterInnenbündnis hat auf die völlig intransparenten Nebenkostenabrechnungen der Vonovia aufmerksam gemacht. Die Abrechnungen werden zu großen Teilen mit vom Konzern selbst angefertigten Rechnungen, Verträgen und Buchungen gerechtfertigt. Diese können von den MieterInnen nicht auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Es ist davon auszugehen, dass die Abrechnungen in hohem Umfang nicht offengelegte Konzerngewinne enthalten. Hinzu kommen zahlreiche Einzel-Fehler. „Bis auf wenige Sonderfälle ist keine der von uns überprüften Nebenkostenabrechnungen in Ordnung“, stellt das VoNO!via-MieterInnenbündnis fest. Das Bündnis hat mit dem Aufbau einer bundesweiten Unterstützungsstruktur zur Überprüfung der Abrechnungen begonnen.

weiter lesen

TENANTS & POWER ACROSS EUROPE

Transnational views on the political challenges and transformative impacts of rising tenants’ movements. Two events to kick-start the debate.See more & updates here:

https://www.reclaiming-spaces.org/category/tenants-power/

 

EVENT 1:  A NEW CYCLE OF HOUSING STRUGGLES.
Political impacts and challenges of the rising tenants’ movements.

Time:  Wednesday, 13 October, 18:00 – 20:00 CET

Link to the Webinar:
https://zoom.us/j/96509796478?pwd=SmxrT3JIcU9DOElIWlc0NUdyMGQ1dz09
Code: 159131

EVENT 2:  RESISTING TRANSNATIONAL LANDLORDS.
How to counter the Transborder Strategies of Financial Housing Investors. 

Time: Wednesday, 27 October,  18:00 – 20:00 CET

Link to the Webinar:
https://zoom.us/j/97623103348?pwd=N05MSWlVYTd3QXNQWHdqMkl1QjRPZz09
Code: 623682

 

Scheitern der Konzern-Fusion: Jetzt erst recht am 11. September für Mietendeckel und Vergesellschaftung demonstrieren!

Das Hin und Her um die Übernahme der Deutsche Wohnen SE durch die Vonovia SE zeigt einmal mehr, wie sehr die Wohnverhältnisse den Finanzmärkten unterworfen sind. Mitten in der größten Krise des bezahlbaren Wohnens seit der Nachkriegszeit hängt die Zukunft hunderttausender Mietwohnungen von den selbstgemachten Regeln der Aktienfonds und den Kalkülen der Hedgefonds-Manager ab.

Auch ohne Einverleibung der Deutsche Wohnen: Noch nie gab es ein börsennotiertes Wohnungsunternehmen, in dem so viel Kapital gebündelt ist wie in der Vonovia. Ihre Expansion ist noch lange nicht abgeschlossen. Nach Übernahmen in Österreich und Schweden, nach ersten Ankerpunkten in Frankreich und den Niederlanden führte die Vonovia in diesem Jahr Gespräche mit der irischen Regierung. Dort wie auch in Deutschland bietet sie sich als Empfängerin öffentlicher Wohnungsbausubventionen an. Noch perspektivenreicher ist der Einstieg in die CO2-reduzierte Bewirtschaftung ganzer Wohngebiete. Wohnungen aufzukaufen, um sie schnell auszuschlachten, war gestern. Heute geht es dem Konzern um die Übernahme ganzer Infrastrukturen und um politischen Einfluss.

Am 26. September sind nicht nur Wahlen. In Berlin wird auch über den Vorschlag der Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ abgestimmt, die Berliner Wohnungen großer Privateigentümer in das Gemeineigentum des Landes zu überführen. Zuvor demonstriert das bundesweite Aktionsbündniss gegen Mietenwahnsinn bei der Mietendemo am 11. September in Berlin dafür, dass Mieten bundesweit gedeckelt werden, dass jeder Mensch einen verbindlichen Anspruch auf eine bezahlbare Wohnung erhält und dass die Immobilien der Finanzindustrie nach Artikel 15 Grundgesetz überall in die Gemeinwirtschaft überführt werden.

Dieser Zielsetzung und dem nachfolgenden Aufruf schließen wir uns an, auch wenn es auf dem Weg dahin viele Zwischenschritte zu gehen und viele dicke Bretter zu bohren gilt. Wir sehen am 11.9. an 13 Uhr in Berlin (Start Alexanderplatz).

» Weiterlesen

Die Fusion: Vonovias «Zukunfts- und Sozialpakt Wohnen» im Faktencheck

Veröffentlichung der Rosa Luxemburg Stiftung 2.6.2021 | Unter dem Titel «Zukunfts- und Sozialpakt Wohnen» versuchen Deutsche Wohnen und Vonovia ihre am 24./25. Mai verkündete Mega-Fusion als Alternative zur Vergesellschaftung der Wohnungskonzerne zu verkaufen. Die angeblichen Zugeständnisse an die Berliner Mieter*innen und den Senat von Berlin entpuppen sich schon nach einem ersten Faktencheck als Augenwischerei. Das ist allerdings ebenso wenig eine Überraschung wie der hartnäckige Expansions-Drang der Vonovia. Täuschung und Expansion sind die Elixiere des «Systems Vonovia». Risiken und Nebenwirkungen tragen einmal mehr wieder die Mieter*innen und die öffentliche Hand – in Berlin und in ganz Deutschland.

weiter bei Rosa Luxemburg Stiftung

Deutsche Wohnen hat kein Konzept für die Übernahme durch Vonovia

Pressemitteilung nach der Hauptversammlung der Deutsche Wohnen SE am 1. Juni 2021

Nach der heutigen Hauptversammlung der Deutschen Wohnen SE bezweifeln die Plattform kritischer Immobilienaktionär*innen und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, dass der Vorstand der Deutschen Wohnen SE über ein Konzept für die Absicherung der MieterInnen und Beschäftigten bei der geplanten Übernahme durch die Vonovia SE verfügt.

» Weiterlesen

1 2 3 9