EINLADUNG ZUR MIETERVERSAMMLUNG
SAMSTAG, 11. MAI 2024, 14:30 UHR
Damaschkestraße / Ecke Schulze-Delitzsch-Straße in Witten-Heven
|18.5.2026 – Updates zu erwarten| Mit ihren überhöhten Neuvertragsmieten, erfundenen Mietspiegelaufschlägen und immer höheren, undurchsichtigen Betriebskosten – zum Beispiel bei Wärme und Versicherungen – gelten die börsennotierten Wohnungskonzerne Vonovia und LEG in vielen Städten schon lange als die Mietentreiber Nummer 1. Auch wegen ihrer unzureichenden Instandsetzungen, schwer erreichbaren Verwaltungen und automatischen Mahnungen haben sie einen schlechten Ruf bei den Mietenden. Nun führen ihre Versuche, ihre durch Großaufkäufe selbst erzeugte Schuldenlast zu bewältigen, zu neuen Herausforderungen für die Menschen. Um ihre Schulden abzubauen, verkauft die Vonovia vermehrt Häuser – am liebsten die am schlechtesten instand gehaltenen. Die LEG verzichtet auf dringend erforderliche Reparaturen. Beide wollen mit digitaler Automatisierung Kosten sparen und mit seriellen Heizungsanlagen neue Einnahmen generieren.
Im Vorfeld der diesjährigen Hauptversammlungen der Wohnungskonzerne warnen kritische Aktionär*innen und Mieterorganisationen vor den Folgen.
Die beiden größten börsennotierten Wohnungsunternehmen – die Vonovia SE und die LEG Immobilien SE – werden am 21. bzw. 27. Mai ihre Hauptversammlungen durchführen. Seit Jahren stehen sie wegen hoher Mietabschöpfung und mangelhafter Wohnungsbewirtschaftung in der Kritik. Diese Kritik hat sich im vergangenen Jahr durch fragwürdige „Innovationen“ und zahlreiche Konflikte mit Mietenden weiter verschärft. Bei beiden Unternehmen lassen die Pläne zum Ausbau des „Value-Add“-Segments neue Auseinandersetzungen erwarten. Bei Vonovia kommen zudem die Folgen und Risiken von Weiterverkäufen hinzu.
Bei der Hauptversammlung der Vonovia am 28. Mai 2025 werfen kritische Aktionär*innen dem Konzernvorstand schwerwiegende Versäumnisse in der Klimastrategie, systematische Mietentreiberei, finanzielle Überlastungen der Wohnungssubstanz und mangelnde Transparenz vor. Dem zum Jahresende ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden Rolf Buch wird vorgeworfen, für die immer stärkere Beschuldung der Wohnungen, Missmanegement an den Baustellen und immense Mietsteigerungen mit verantwortlich zu sein.
Der Vorstand der Vonovia schlägt der Hauptversammlung am 28.5.2025 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 1,22 Euro je Aktie vor – insgesamt über eine Milliarde Euro. Nach Berechnungen der Plattform kritischer Immobilienaktionär*innen entspricht dies 29 Prozent der bereinigten Mieteinnahmen des Jahres 2024. Gegen die (hohe) Ausschüttung richten sich Gegenträge kritischer Aktionär*innen.
Nach Meinung der Plattform kritischer Immobilienaktionär*innen zeigen die Entwicklungen und die weiteren Pläne der Vonovia, dass der Gesetzgeber dringend eigengreifen muss, um die Macht dieses und anderer Wohnungskonzerne einzudämmen und die vorhandenen Wohnungen und Produktivkräfte für das Gemeinwohl zu nutzen. Wir schlagen vor:
EINLADUNG ZUR MIETERVERSAMMLUNG
SAMSTAG, 11. MAI 2024, 14:30 UHR
Damaschkestraße / Ecke Schulze-Delitzsch-Straße in Witten-Heven
Folge 2 von «CASH IS KING – Vonovia und Co. verstehen». Eine Reihe bei der Rosa Luxemburg Stiftung.
Noch im März 2024 hatte die Vonovia wegen hoher Immobilienabwertungen öffentlich ein schlechtes Bild abgegeben. Pünktlich zur Hauptversammlung am 8. Mai 2024 versucht die Vonovia, das Bild zu korrigieren. Dabei spielt ihr in die Karten, dass ihr das Land Berlin mit einem Wohnungsrückkauf im Umfang von 700 Millionen Euro die gefährdete Liquidität sichert. Bereits im Laufe des Jahres 2024 will die Vonovia wieder mehr in gewinnsteigernde Modernisierungen investieren. Den Anlegern verspricht sie eine starke Erhöhung der Dividende. Dafür soll der Staat auf Beschränkungen der Mietererhöhungen verzichten.
MieterInnen aus mehrereren Wohngebieten der Vonovia fordern den Vorstand des Konzerns auf, fehlerhafte „Horrorabrechnungen“ zu den Heizkosten endgültig zurückzuziehen und auf die extremen Nachforderungen zu verzichten.
In Gegenanträgen und Eingaben zur Hauptversammlung der Vonovia SE am 8.5.2024 haben kritische AktionärInnen einen Verzicht auf die vom Vorstand vorgeschlagene Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 90 Cent pro Aktie gefordert. Stattdessen würden alle Mittel benötigt, um den Mieterservice zu verbessern und die Wohnsiedlungen klimatauglich zu machen, ohne dabei die MieterInnen finanziell zu überfordern. In den Begründungen gehen die AktionärInnen auch auf lokale Missstände ein. Ein wichtiges Thema sind die in einer Reihe von Fällen horrenden Heizkostennachforderungen. Wir dokumentieren die Eingaben.
In Gegenanträgen zur Hauptversammlung am 8. Mai wenden sich kritische AktionärInnen gegen die Entlastung des Vonovia-Vorstandes.