Aufruf: Artikel 15 verteidigen – Wohnraumvergesellschaftung bundesweit umsetzen!

Aufruf zum Protest gegen das geplante Vergesellschaftungsverbot und für die Bildung eines breiten Vergesellschaftungsbündnisses

Am 11. Juni 2026 hat die Sonder-Bauministerkonferenz der Forderung Bayerns und Nordrhein-Westfalens, der Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen „strikte Grenzen zu setzen“, ihre Zustimmung erteilt. Bereits am 2.7.2026 ist die Bundesregierung diesem Vorstoß gefolgt und hat beschlossen, ein Gesetz zu erarbeiten, das die Vergesellschaftung von Wohnraum durch die Bundesländer verbietet.

Wir sind entsetzt, und wir sind entschlossen, uns diesem Angriff zu widersetzen.

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Vergesellschaftungsperspektive mit konkreten Kämpfen verbinden

Bei den konzertierten Vorstößen der Finanz- und Immobilienlobby, der Bundesländer Bayern und NRW sowie der Bundesregierung handelt es sich um verfassungsrechtlich höchst zweifelhafte Versuche, die gescheiterten und destruktiven Geschäftsmodelle börsennotierter Wohnungskonzerne und anderer Finanzinvestoren zu retten, indem ein Bundesland und seine Bevölkerung gegängelt werden. Dass diese Versuche sofort eingestellt werden müssen, sollte zumindest die SPD einsehen, wenn sie sich nicht gänzlich aufgeben will. Zur Antwort der Mietenbewegung muss gehören, den Kampf für die gesellschaftliche Kontrolle der Wohnungen von Vonovia, LEG Immobilien & Co. auf andere Bundesländer auszuweiten und dabei überall die Perspektive der Vollvergesellschaftung – also der Überführung von Immobilien und Produktionsmitteln in Gemeineigentum – einzubringen.

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Konzertierte Offensive gegen die Vergesellschaftung

Im Frühsommer 2026 hat die Auseinandersetzung um das Berliner Vergesellschaftungs-rahmengesetz eine hochgradig synchronisierte Dynamik erreicht. Was im Juni mit strategischen Auftritten von Vonovia-CEO Luka Mucic begann, verdichtet sich im Juli zu einer machtvollen Allianz aus Immobilienwirtschaft, Banken, Verbänden, der schwarz-roten
Bundesregierung und weiteren politischen Akteuren. Der Zeitpunkt der am 20. September
2026 anstehenden Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus bildet dabei das handlungs-
leitende Koordinatensystem, da Umfragen einen starken Trend zugunsten linker und
progressiver Kräfte zeigen.

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Reif für die Vergesellschaftung

Seit 20 Jahren zocken Vonovia, LEG & Co. die Einkommen breiter Schichten der Bevölkerung über immer weiter steigende Mieten und Nebenkosten für die fetten Renditen ihrer Anleger ab. Sie lassen ganze Wohngebiete verwahrlosen, haben undurchsichtige Wirtschaftsimperien aufgebaut und kontrollieren ihre Mieterschaften über automatisierte Verwaltungen. Sie bevormunden, kontrollieren und schikanieren ihre Mieter*innen. Sie spekulieren mit dem Zuhause der Menschen, als seien es digitale Wegwerfprodukte. Und trotzdem liegen iher Börsenkurse weit unter dem Immobilien- und Unternehmenswert. Das ist kein Zufall. Die Finanzmärkte wissen längst, dass dieses Geschäftsmodell an seine Grenzen stößt. Zinswende, politischer Druck und soziale Konflikte fressen die Renditefantasien auf. Die finanzindustrielle Wohnungswirtschaft ist auch immanent reif für die Vergesellschaftung.

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Enschädigungssumme: Arglistige Täuschung der Immobilienlobby

Der Berliner Wahlkampf rückt näher und die Immobilienlobby schießt aus allen Rohren. Ihr rotes Tuch ist der immer noch aktuelle Volksentscheid zur Vergesellschaftung von Besitz von über 3000 Wohneinheiten. Da schrecken die Finanzinvestoren aus Angst um ihre Pfründe, die bei anderen Mehrheitsverhältnissen nach der Landtagswahl verloren gehen könnte, auch vor arglistiger Täuschung nicht zurück.

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Soziale Standards und Klimaschutzziele verfehlt

Auf den diesjährigen Hauptversammlungen gehen kritische Aktionär*innen und Mieterorganisationen mit Vonovia und LEG hart ins Gericht.

|18.5.2026 – Updates zu erwarten| Mit ihren überhöhten Neuvertragsmieten, erfundenen Mietspiegelaufschlägen und immer höheren, undurchsichtigen Betriebskosten – zum Beispiel bei Wärme und Versicherungen – gelten die börsennotierten Wohnungskonzerne Vonovia und LEG in vielen Städten schon lange als die Mietentreiber Nummer 1. Auch wegen ihrer unzureichenden Instandsetzungen, schwer erreichbaren Verwaltungen und automatischen Mahnungen haben sie einen schlechten Ruf bei den Mietenden. Nun führen ihre Versuche, ihre durch Großaufkäufe selbst erzeugte Schuldenlast zu bewältigen, zu neuen Herausforderungen für die Menschen. Um ihre Schulden abzubauen, verkauft die Vonovia vermehrt Häuser – am liebsten die am schlechtesten instand gehaltenen. Die LEG verzichtet auf dringend erforderliche Reparaturen. Beide wollen mit digitaler Automatisierung Kosten sparen und mit seriellen Heizungsanlagen neue Einnahmen generieren.

Im Vorfeld der diesjährigen Hauptversammlungen der Wohnungskonzerne warnen kritische Aktionär*innen und Mieterorganisationen vor den Folgen.

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Kritik an Vonovia und LEG wächst

Die beiden größten börsennotierten Wohnungsunternehmen – die Vonovia SE und die LEG Immobilien SE – werden am 21. bzw. 27. Mai ihre Hauptversammlungen durchführen. Seit Jahren stehen sie wegen hoher Mietabschöpfung und mangelhafter Wohnungsbewirtschaftung in der Kritik. Diese Kritik hat sich im vergangenen Jahr durch fragwürdige „Innovationen“ und zahlreiche Konflikte mit Mietenden weiter verschärft. Bei beiden Unternehmen lassen die Pläne zum Ausbau des „Value-Add“-Segments neue Auseinandersetzungen erwarten. Bei Vonovia kommen zudem die Folgen und Risiken von Weiterverkäufen hinzu.

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Gegenantrag Vonovia HV: Bilanzgewinn für Entschuldung, energetische Erneuerung und Stabilisierung der Mieten verwenden

Gegenantrag zu TOP 2

Verwendung des Bilanzgewinns des Geschäftsjahres 2025 der Vonovia SE

Der Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 1.125.000.000,00 EUR wird abgelehnt.

Es soll wegen der multiplen Krisenlage in der sozialen Versorgung sowie der finanziellen Situation des Unternehmens auf jegliche Gewinnausschüttung – insbesondere auf die Dividende in Höhe von 1.060.534.683,75 EUR – verzichtet werden. Stattdessen ist der gesamte Bilanzgewinn in die Gewinnrücklagen einzustellen. Diese Mittel sollen dazu dienen, einen Verzicht auf geplante Mieterhöhungen zu finanzieren, notwendige Instandhaltungen und energetische Sanierungen durchzuführen sowie den Schuldenabbau voranzutreiben, ohne dabei auf weitere Wohnungsverkäufe angewiesen zu sein.

Begründung

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Vonovia-Geschäftsbericht: Konzern strebt Entschuldung durch Verkäufe und Industrialisierungsschub an

Am 19.3.2026 wurde der Geschäftsbericht der Vonovia SE für das Jahr 2025 veröffentlicht. Nach Jahren des Übernahmebooms und des Krisenmanagements zeichnet sich eine „Normalisierung“ auf dem eingeschlagenen Pfad der immer weiteren Mietenabschöpfung ab. Nicht neu ist auch die Erzählung, dass die Rendite in den nächsten Jahren vor allem auch durch den Ausbau der Zusatzgeschäfte, etwa im Energiesektor, und durch das Management fremder Immobilien und Immobilienfinanzanlagen steigen soll. Neu ist allerdings das Ziel, die Verschuldungsrate aus strategischen Gründen deutlich zu senken und dafür massive Verkäufe zu planen. Unter neuer Führung soll sich der hochverschuldete Immobilienkonzern  in einen Hichtech-Mischkonzern rund um die Ware Wohnung wandeln.

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