Vonovia-9-Monatsbericht: Überdurchschnittliche Mietsteigerungen und undurchsichtige Abrechnungen

PRESSEMITTEILUNG VoNO!via-MieterInnenBündnis

Überdurchschnittliche Mietsteigerungen und undurchsichtige Abrechnungen bescheren Rekordergebnisse    

Heute hat die Vonovia ihre wirtschaftlichen Ergebnisse für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2021 bekannt gegeben. Nach der Berechnung des bundesweiten VoNO!via-MieterInnen-Bündnisses beruhen etwa 110 Mio. Euro des operativen Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) auf konzerninternen Nebenkosten- und Modernisierungsabrechnungen. Diese sind mietrechtlich äußerst fragwürdig. Das Bündnis fordert die Rückerstattung ungerechtfertigter Gewinnaufschläge an die Mietenden.

 

Nach dem heute veröffentlichten 9-Monatsbericht der Vonovia SE stieg die für die Dividendenhöhe maßgebliche Gewinnzahl FFO total (Funds from Operations) in Vregelich zum Vorjahreszeitraum um 11 % auf 1,99 Euro/Aktie . Die Mieten stiegen aufgrund von Mieterhöhungen, höheren Neuvermietungsmieten und Modernsierungen um 3,5 % (Vorjahreszeitraum: 3,6 %). Wie seit vielen Jahren liegt dieser Wert sehr stark über dem Bundesdurchschnitt von 1,4 %. Den größten Anteil an der Steigerung haben mit 1,8 % wieder Mieterhöhungen nach Modernisierungen. Sie beinhalten nach Ansicht des VoNO!via-MieterInnenbündnisses Instandhaltungen, deren Kosten nicht umlagefähig sind.

„Nach einem Urteil des BGH aus dem letzten Jahr müssen für alte Bauteile Abzüge von den Kosten vorgenommen werden“, sagt Daniel Katzenmaier von der Mietergewerkschaft Frankfurt. „Wir kennen in unserem Bündnis keinen Fall, bei dem das nachvollziehbar erfolgt ist“. Bei uns in Stuttgart scheitern die Modernisierungsmieterhöhungen der Vonovia regelmäßig beim Amts- und Landgericht“, ergänzt Ursel Beck von der dortigen Mieterinitiative. „Die Gerichte bei uns halten die Mieterhöhungen für formell unwirksam, weil sie nicht genau genug Auskunft über die einzelnen Handwerkleistungen geben. Kein Vonovia-Mieter sollte diese Erhöhungen ungeprüft zahlen.“

 

Neben Mieterhöhungen sind die Überschüsse aus konzernintern verrechneten Leistungen eine wichtige Einnahmequelle der Vonovia. Auch sie werden über Nebenkostenabrechnungen und Modernisierungsmieterhöhungen von den Mietenden bezahlt. Der Anteil der internen Erlöse an diesem Geschäft betrug 95 %. Der Überschuss über die Kosten betrug vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) dementsprechend etwa 110 Mio. Euro für nur 9 Monate (Vorjahreszeitrum: 92,7 Mio €). Dieser Anteil dieser Überschüsse am Gesamtergebnis beträgt etwa 7%.

Das VoNO!via-MieterInnenbündnis hält die Überschüsse aus den konzernintern Abrechnungen für ungerechtfertigt. Nach den geltenden mietrechtlichen Bestimmungen dürfen nur solche Aufwendungen in den Abrechnungen berücksichtigt werden, die dem Vermieter tatsächlich und nachweislich entstanden sind. Interne Gewinnaufschläge und Managementkosten eines einheitlich handelnden Vermietungskonzerns gehören nicht dazu. Es handelt sich auch nicht um Eigenleistungen, die zu marktüblichen Brutto-Kosten abgerechnet werden könnten. Der hohe Überschuss für die konzernintern abgerechneten Leistungen wird nach Ansicht des MieterInnenbündnisses unter Umgehung des Mietrechts erzielt.

Für das VoNO!via-MieterInnenbündnis ist es deshalb nicht überraschend, dass die Vonovia die  tatsächlichen Kosten für konzernintern verrechnete Leistungen den MieterInnen gegenüber geheim hält und in keinem bekannt gewordenen Fall prüffähig belegt. Die den MieterInnen vorgelegten „Rechnungen“ entstammen ebenso dem konzernübergreifenden IT-System wie die selbst erstellten „Zahlungsnachweise“. Die vorgelegten konzerninternen Verträge enthalten zudem oft keine Preis- oder aussagekräftigen Leistungsverzeichnisse.

„Die Vonovia hat in keinem unserem Bündnis bekannten Fall die tatsächlichen Kosten für Personal, Lieferungen und ausführende Unternehmen vollständig nachgewiesen“, sagt Ursel Beck von den Stuttgarter Mieterinitiativen. „Deshalb fordern wir die ungerechtfertigten Gewinne der letzten Jahre für alle MieterInnen zurück. Es sind Hunderte Millionen Euro.“

„Da die Vonovia dies wohl kaum freiwillig tut, rufen wir alle Mieterinnen und Mieter der Vonovia auf, sich in ihren Wohngebieten zusammenzuschließen und für jede Mieterpartei rechtzeitig die Kostennachweise zu verlangen“, ergänzt Daniel Katzenmaier. „Ihre Nebenkosten- und Mieterhöhungszahlungen sollten die MieterInnen bis zum Nachweis der Kosten zurückbehalten oder allenfalls unter Vorbehalt leisten. Mietende, die sich für ihre Interessen zusammenzuschließen, unterstützen wir mit unseren Erfahrungen und Musterschreiben.“

 

Musterschreiben finden sie hier:

https://www.mvwit.de/formulare-und-musterschreiben-im-vonovia-mieterinnenbuendnis/

Die Forderungen des VoNO!via-MieterInnen-Bündnisses stehen in diesem offenen Brief:

https://mieteraktionärin.de/vonovia-mieter-fordern-korrekte-und-transparente-abrechnungen/

Buch fordert Mietrechts-Enquete

„Vonovia ist Teil der Lösung“ behauptet Vonovia-CEO Rolf Buch in einem Kommentar im Handelsblatt vom 25.10.2021.

Wie wollen wir künftig mieten und vermieten?

Darin unterbreitet der Chef des größte profitorientierte Wohnungsunternehmens Europas eine Reihe von politischen Vorschlägen, wie man die Wohnwelt rettet, ohne den Immobilienkonzernen allzu weh zu tun. Die Botschaft: Ohne Vonovia geht es auf keinen Fall. Wer ihren Einfluss zurückdrängen will, wer sie gar enteignen möchte, ist ein realitätsfremder „Ideologe“.  Buch fordert eine parlamentarischen Enquete-Kommission, die das gesamte Mietrecht im Dialog mit der Wohnungswirtschaft überprüfen soll. Natürlich exklusiv beraten von ihm selbst.

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Scheitern der Konzern-Fusion: Jetzt erst recht am 11. September für Mietendeckel und Vergesellschaftung demonstrieren!

Das Hin und Her um die Übernahme der Deutsche Wohnen SE durch die Vonovia SE zeigt einmal mehr, wie sehr die Wohnverhältnisse den Finanzmärkten unterworfen sind. Mitten in der größten Krise des bezahlbaren Wohnens seit der Nachkriegszeit hängt die Zukunft hunderttausender Mietwohnungen von den selbstgemachten Regeln der Aktienfonds und den Kalkülen der Hedgefonds-Manager ab.

Auch ohne Einverleibung der Deutsche Wohnen: Noch nie gab es ein börsennotiertes Wohnungsunternehmen, in dem so viel Kapital gebündelt ist wie in der Vonovia. Ihre Expansion ist noch lange nicht abgeschlossen. Nach Übernahmen in Österreich und Schweden, nach ersten Ankerpunkten in Frankreich und den Niederlanden führte die Vonovia in diesem Jahr Gespräche mit der irischen Regierung. Dort wie auch in Deutschland bietet sie sich als Empfängerin öffentlicher Wohnungsbausubventionen an. Noch perspektivenreicher ist der Einstieg in die CO2-reduzierte Bewirtschaftung ganzer Wohngebiete. Wohnungen aufzukaufen, um sie schnell auszuschlachten, war gestern. Heute geht es dem Konzern um die Übernahme ganzer Infrastrukturen und um politischen Einfluss.

Am 26. September sind nicht nur Wahlen. In Berlin wird auch über den Vorschlag der Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ abgestimmt, die Berliner Wohnungen großer Privateigentümer in das Gemeineigentum des Landes zu überführen. Zuvor demonstriert das bundesweite Aktionsbündniss gegen Mietenwahnsinn bei der Mietendemo am 11. September in Berlin dafür, dass Mieten bundesweit gedeckelt werden, dass jeder Mensch einen verbindlichen Anspruch auf eine bezahlbare Wohnung erhält und dass die Immobilien der Finanzindustrie nach Artikel 15 Grundgesetz überall in die Gemeinwirtschaft überführt werden.

Dieser Zielsetzung und dem nachfolgenden Aufruf schließen wir uns an, auch wenn es auf dem Weg dahin viele Zwischenschritte zu gehen und viele dicke Bretter zu bohren gilt. Wir sehen am 11.9. an 13 Uhr in Berlin (Start Alexanderplatz).

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Ist das noch LEGal? – Vorabendkonferenz zur LEG Aktionärsversammlung

26. Mai 2021 – 18:15 Uhr

dokumentiert hier:

https://youtu.be/F5EHDxI3Qpw

Am Donnerstag. 27. Mai 2021, findet die (virtuelle) Hauptversammlung der LEG Immobilien SE  statt. Trotz Krise und Corona sprudeln bei der größten Vereuetrin in NRW die Gewinne (+ 12,3 % zum Vorjahr). Eine üppige Dividende von rund 273 Mio. EUR soll bei der Aktionärsversammlung beschlossen werden. Am Vorabend der Aktionärskonferenz (26. Mai) bieten wir den kritischen Stimmen derjenigen ein Forum, die diesen „Erfolg“ der LEG bezahlen: den Mieterinnen und Mietern.

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Hauptversammlung 2021: Fragen an die Vonovia

Mitglieder der Plattform kritischer Immobilienaktionär*innen haben bei der Vonovia Hauptversammlung 2021 eine ganzen Strauß Fragen den Vorstand gerichtet. Schon ohne Antworten dokumentieren sie eine Fülle von Erfahrungen, Zweifeln und Vorwürfen. Großen Raum nimmt in diesem Jahr das Thema der Prüfung von Abrechnungen durch die Mieterinnen und Mieter ein.

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Dieser Vonovia-Vorstand schadet den MieterInnen

Mit Gegenanträgen zur Vonovia-Hauptversammlung am 16.4.2021 wendet sich die Plattform kritischer Immobilienaktionär*innen gegen die  Entlastung des Konzern-Vorstandes und das Vergütungssystem für die Manager. Durch Beharren auf fehlkonstruierten Betriebskostenabrechnungen und Modernisierungsmieterhöhungen schade der Vorstand den MieterInnen und der Glaubwürdkeit des Unternehmens, das sich gern als Vorreiter eines nachhaltigen Wirtschaftens darstellt. Auf den Baustellen der Vonovia herrschten katastrophale Zustände, von Nachhalitigkeit könne keine Rede sein. Das jetzige Vergütungssystem belohne unter andem Mieterhöhungen.

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Kritische Aktionäre fordern Umverteilung der Vonovia-Dividende

Zu der Hauptversammlung der Vonovia SE am kommenden Freitag, 16. April 2021, haben kritische AktionärInnen eine Reihe von Gegenanträgen gestellt. Vor allem fordern sie einen Verzicht auf die vom Vorstand geplante Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 956 Mio. Euro. Die Dividende beläuft sich damit auf ca. 37 Cent pro Euro Miete, – und das trotz der vielen Einkommensverluste durch die Pandemie! Die im Vorjahr erzielten Überschüsse müssten jetzt vollständig für einen solidarischen Ausgleich der Corona-Folgen und den sozial-ökologischen Umbau der Wohngebiete eingesetzt werden.

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Gegenveranstaltung zur Hauptversammlung der Vonovia SE

Vonovia-Methoden auf dem Prüfstand der MieterInnen 

Am 16. April findet die diesjährige (virtuelle) Hauptversammlung der Vonovia SE, Europas größter Vermieterin statt. Wie in den Jahren zuvor werden sich die AktionärInnen dort eine erneut erhöhte Dividendenausschüttung genehmigen. Der Vorstand wird über den vermeintlichen sozialen und ökologischen Vorbildcharakter des Konzerns und die trotz Krisen- und Corona-Jahr 2020 üppigen Gewinne berichten.

Doch wie sieht die Realität vor Ort aus? Worauf gründet sich der wirtschaftliche Erfolg der Vonovia?

Am Vorabend der Aktionärskonferenz bieten wir den kritischen Stimmen derjenigen ein Forum, die diesen „Erfolg“ der Vonovia SE bezahlen: den Mieterinnen und Mietern. Anhand konkreter Erfahrungen aus verschiedenen Städten werden wir aufzeigen, mit welchen inakzeptablen Methoden die Vonovia durch Betriebskostenabrechnungen und Mieterhöhungen nach Modernsierungen Gewinne generiert und wie sich organisierte MieterInnen dagegen wehren können.

Beginn der Gegenveranstaltung: 15. April 2021, 18 Uhr

YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=sbNJUGoLM7A&t=3517s

Veranstalter: Deutscher Mieterbund, Deutscher Mieterbund NRW, Mieterforum Ruhr, Plattform kritischer Immobilienaktionär*innen, VoNO!via-MieterInnenbündnis

 

LEG-Geschäftsbericht 2020: Hohe Dividende trotz Corona und schlechtem Service

Die LEG Immobilien SE präsentiert in Ihrem Jahresbericht für das Krisenjahr 2020 ein glänzendes Ergebnis. Im Gegensatz zu vielen MieterInnen und anderen Branchen sind börsennotierte Großvermieter von der Corona-Krise kaum betroffen, – jedenfalls was die Ausschüttungen an die Anleger anbelangt. Der LEG-Vorstand schlägt vor, 272,5 Mio. Euro Dividenden an die AktionärInnen auszuzahlen, pro Aktie sind das 5 % mehr als im Vorjahr. Die Ausschüttungen entsprechen 43% der Mieteinnahmen des Jahres 2020. Von jedem Euro Kaltmiete entfallen damit 43 Cent auf die Dividende. Auch im Vergleich zu anderen börsennotierten Wohnungsunternehmen zahlen die MieterInnen der LEG damit besonders viel an die Anleger. Und sie erhalten dafür von ihrer Vermieterin besonders wenig Leistung.   » Weiterlesen

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