Diskussion/Vortrag: Benachteiligte Wohngebiete klimagerecht und sozial erneuern
Die soziale Klimasanierung als Inhalt von Wohnungs- und Städtebauförderung
Online – Donnerstag, 30.07.2026, 18:00 – 20:00 Uhr
Rekordtemperaturen, Dürresommer und Starkregen zeigen die dramatischen Folgen der Erderhitzung auch in NRW. Eine konsequente Wärmewende ist für das Erreichen der Klimaziele unverzichtbar. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe für Heizung und Warmwasser muss radikal reduziert werden.
Doch es besteht ein Dilemma: Ohne energetische Sanierung der Gebäude und der Wärmeversorgung bleiben die Heizkosten hoch und steigen weiter. Nach einer energetischen Sanierung aber werden die Mieten oft so stark erhöht, dass es zu erheblichen Einkommensverlusten und Verdrängung kommt. Da die Menschen in benachteiligten Quartieren für hohe Sanierungskosten nicht aufkommen können und weil die Eigentümer nicht auf Kostenersatz und Gewinne verzichten wollen, besteht die Gefahr, dass sich in diesen Gebieten Energiearmut und Vernachlässigung noch weiter ausbreiten.
Die zentrale Frage ist daher: Wie kann die Wärmewende zugleich schnell vorangetrieben und sozial gerecht gestaltet werden?
Die Antwort lautet: Es muss ein umfassendes Umbauprogramm für soziale Klimagerechtigkeit in benachteiligten Wohnquartieren geben. Dabei müssen die lokalen Potenziale dekarbonisierter Wärmenetze ebenso berücksichtigt werden wie Rückstände in der Gebäudesanierung, die konkreten Eigentumsverhältnisse und die soziale Struktur der Bewohner*innen. Klimaschutz darf nicht als Bedrohung erscheinen, sondern muss Motor für mehr soziale Sicherheit und eine Verbesserung der lokalen Lebensverhältnisse sein. Dazu gehört neben der energetischen Sanierung die Erneuerung maroder Leitungen und Aufzüge, der Abbau von Barrieren, die Planung kühler Orte sowie die Umsetzung der Schwammstadt und der Stadt der kurzen Wege.
Das heißt: Es ist eine umfassende öffentliche Planung erforderlich. Den Rahmen dafür bietet schon jetzt das Baugesetzbuch. Durch Ausweitung von Klimasanierungsgebieten können alle Aspekte berücksichtigt werden, es ist eine echte Bürger*innenbeteiligung vorgeschrieben, und es sind – bei Garantie eines sozialen Ausgleichs – im Zweifel auch die nötigen Eingriffe in die Eigentümerstrukturen umsetzbar. Aber eine solche umfassende Planung kostet Geld, und sie benötigt für einen schnellen Erfolg eine gestärkte kommunale Stadtplanung, soziale Sanierungsträger, öffentliche Versorger und Grundstückseigentümer.
Was Soziale Klimasanierung konkret heißen kann, zeigen wir an Beispielen aus Köln, insbesondere dem Stadtteil Köln-Bocklemünd. Wir diskutieren, wie das Konzept der sozialen Klimasanierungssatzung in den kommenden landes- und bundespolitische Auseinandersetzungen stark gemacht werden kann.
Es referieren und diskutieren:
Leonie Melcher, aktiv bei „Soziale Wärmewende jetzt“. Sie sagt: „Wir wollen sinnvolle Sanierungen ohne Mieterhöhungen und unter Mitbestimmung der betroffenen Mieterinnen durchsetzen.“ Sie wird die Forderungen der Initiative und ein Organizing-Projekt in Köln-Bocklemünd vorstellen.
Dr. Hans Günter Bell ist Stadtplaner, Sozialwissenschaftler und Geschäftsführer der Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Köln. Er sagt: „Wir wollen benachteiligte Quartiere zu klimagerechten Vorbildquartieren machen.“ Hans Günter wird den Vorschlag, Klima-Sanierungsgebiete auszuweisen, vorstellen
Einführung und Fragestellung: Knut Unger (MieterInnenverein Witten & Plattform kritischer Immobilienaktionär*innen). Er sagt: „Wir brauchen dringend eine neue Generation ganzheitlicher Stadtsanierung, die unsere Wohngebiete menschengerecht, klimaneutral, bezahlbar macht und sie dem Klimwandel anpasst. Ohne gemeinwirtschaftliche Träger und öffentliche Eingriffe in nicht nachhaltige Geschäftsmodelle und Eigentumsverhältnisse ist das nicht zu machen.“
Ameldung an:
klimasanierung@mieteraktionaerin.de
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Ein Veranstaltung der Reihe
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Eine Projekt von Rosa-Luxemburg-Stiftung, MieterInnenverein Witten & Plattform kritischer ImmobilienAKTIONär*innen
